Die Amokläufer

Der folgende Artikel ist im Original von Eigentümlich frei. Er ist bemerkenswert – nicht nur, weil er konsequent anders argumentiert, als die, die – wieder einmal – reflexhaft nach schärferen Waffengesetzen rufen, er ist interessant auch wegen der zusätzlichen Informationen aus anderen Ländern, geht es um Kriminalität im Allgemeinen und Amok im Besonderen.

Das Verbrechen von Newtown: Was solche Taten verhindert und was nicht

„Er sagte, wir würden jetzt alle nach Hause gehen“, berichtet das überlebende Mädchen. Doch der Täter nahm die Schüler stattdessen mit seiner Schusswaffe unter Feuer. Die schließlich an den Tatort gerufene Spezialeinheit kam zu spät, um den Mord an 22 Schülern und drei Erwachsenen zu verhindern. „Wären wir schneller gewesen, wie viele hätten wir retten können?“ fragt sich der Leiter der Einheit. Stimmen vom Newtown-Massaker vom 14. Dezember? Nein, es sind Stimmen vom Ma’alot-Massaker, das im Mai 1974 von drei palästinensischen Terroristen begangen wurde. Nachdem die israelische Regierung eine grundsätzliche Entscheidung traf, wurden bis auf eine Ausnahme keine Schulmassaker mehr verübt.

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Update 28.12.2012

Newtown: Nach dem Massaker

Andreas Tögel, der Autor des zweiten Artikel zu Newtown, leistet zum Artikeleinstieg eine saubere Begriffsbestimmung. Was Amok genannt wird, ist keiner, weil Amokläufe aus einem Affekt heraus geschehen – aus blinder, kopfloser Wut. Der Amokläufer plant seine Tat nicht und nicht die Wahl seiner Waffe. Was in Newtown passierte, ebenso wie in Utoya, Winnenden oder Dunblane, war ein Massenmord, der kühl geplant und ausgeführt wurde. So ein Täter lässt sich beim Erwerb seiner Tatwaffe von administrativen Hürden kaum abschrecken.

Weiter weist Tögel auf, dass ein liberales Waffenrecht mit hoher privater Waffendichte nicht DER ausschlagbende Faktor für “Amokläufe” ist – nicht sein kann, weil dann andere Länder mit gleichem Waffenrecht und gleicher Waffendichte ja auch gehäuft “Amok”läufe erleben müssten. Tun sie aber nicht.

Wer eine seriöse Debatte um Täterprävention führen und nicht nur persönliche Feindbilder bedient sehen will, muss die zwei oben angeführten maßgeblichen Punkte in jede Überlegung um “Amok”lauf , Waffenrecht und Prävention einbeziehen.

Andreas Tögel in Eigentümlich frei: Newtown: Nach dem Massaker

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