Gelenkter Patriotismus

Um den Jahreswechsel 2005/2006 startet der deutsche Staat mit Unterstützung des Konzern Bertelsmann die Kampagne “Du bist Deutschland” – eine Social-Maketing-Kampagne, die auf ein neues deutsches Nationalgefühl zielt. Ein noch relativ junges Konzept das hier erstmals sichtbar wird. Initiator der Kampagne ist Gunter Thielen, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG.

Hinter dem jungen Konzept, das ich als gelenkten Patriotismus bezeichne, steht die Erkenntnis, dass eine bindungslose, fragmentierte Bevölkerung [für die Machthaber] praktikabel ist, geht es um die Agenden Entnationalisierung, Globalisierung, Massenzuwanderung und Multikulti, aber extrem nachteilig, geht es um die Agenden Nato, Out-of-Area-Einsätze, Schuldkult, Sozialstaat und Wirtschaftsstandort. Denn eine bindungslose Bevölkerung hat bei allen oben genannten Vorzügen [für die Machthaber] einen entscheidenden Nachteil: Sie ist bestenfalls neutral, in weiten Teilen aber häufig illoyal.  Eine solche bindungslose  Bevölkerung favorisiert nur, was individuelle Vorteile bringt, doch wird sie natürlich für einen multikulturellen Wirtschaftsstandort BRD weder leben noch bluten noch verzichten – geschweige denn sterben.

Loyalität, die Bereitschaft zum Verzicht, zum ackern, bluten und sterben ist aber unabdingbar für die Machthaber, wollen sie ihre Macht weiter sichern. Eine Macht, die ja auf dem System EU, Nato, Bündnisverpflichtung u.ä. fußt. Aber nicht nur ist eine solche Bevölkerung innen – und außenpolitisch unerquicklich, sie kann außerdem brandgefährlich werden. Weil jede ausländische Macht, die genügend Geld, politische und militärische Potenz und Know How zur Verfügung hat, eine solche  Bevölkerung relativ leicht destabilisieren und gegen die Amtsinhaber in Stellung bringen kann. Und wer wüßte das besser als die Machthaber der ”westlichen Wertegemeinschaft”. Daher auch ihre Sorge um die immer größer werdende Kluft zwischen Bevölkerung und Parteien/Regierung.

Das Konzept gelenkter Patriotismus zielt also darauf, die Vorteile [Entnationalisierung, Multikulti, Massenzuwanderung] zu erhalten und die Nachteile einer bindungslosen, fragmentierten Bevölkerung zu minimieren. Das Konzept gelenkter Patriotismus wirkt  dabei auf Rechte ähnlich anziehend, wie zu seiner Zeit die Entnationalisierungstrategie globalistischer Elitezirkel auf Linke wirkte. Beide Strategien bedien[t]en vordergründig eine grundlegende politische Idee, eine Überzeugung, eine Sehnsucht, und mach[t]en sie sich nutzbar.

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